Nationalrat beschliesst Verbot für EU-Schlachttiertransporte
Auch in Zukunft werden keine ausländischen Schlachttiere im Strassentransit durch die Schweiz gekarrt. Der Nationalrat hat heute einer parlamentarischen Initiative von alt Nationalrätin Barbara Marty Kälin zugestimmt, welche das Transitverbot im Tierschutzgesetz verankern will.
Der Schweizer Tierschutz STS ist erfreut über dieses positive Zeichen des Parlamentes vor dem morgigen Welttierschutztag, heisst es in einer Mitteilung.
Dreistöckige Lastwagen, voll gepfercht mit dicht aneinander gedrängten Tieren rollen über Tausende von Kilometern quer durch Europa – und teilweise sogar noch weiter. Die Transportbedingungen sind qualvoll: 40 bis 50 Stunden sind die zur Schlachtung bestimmten Tiere unterwegs, im schlechtesten Fall bis zu 90 Stunden. Oft erhalten sie während der langen Fahrt nicht einmal Wasser oder verletzen sich aus Panik im Gedränge – Knochenbrüche sind dabei noch das Geringste, was Tiere erleiden müssen. Solche schrecklichen Bilder soll es auch in Zukunft in der Schweiz nicht geben. Dies hat der Nationalrat heute beschlossen.
Gemeinsam für Schlachttiertransitverbot
Die Grosse Kammer hat der parlamentarischen Initiative von alt Nationalrätin Barbara Marty Kälin zugestimmt, welche verlangt, dass das Strassentransitverbot für Schlachttiere neu im Tierschutzgesetz verankert werden soll, statt bloss auf Verordnungsebene. In dieselbe Richtung zielen auch Standesinitiativen, u.a. der Kantone Luzern, Bern, St. Gallen, Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Zürich und Fribourg. Anstoss für diese Initiativen waren die Absichten des Bundesrates, dass Transitverbot mit der EU abzuschaffen.
Tierschutz ist froh
Der Schweizer Tierschutz STS ist froh über den Entscheid des Nationalrates vor dem Welttierschutztag von morgen und hofft, dass ihm der Ständerat nun folgen wird. Das Transitverbot ist aus tierschützerischer Sicht ein deutliches Signal auch an die EU, diese unsinnigen Schlachttiertransporte zu stoppen und dieser Tierquälerei endlich ein Ende zu bereiten. Aus Sicht der Befürworter des Transitverbots sprechen auch seuchenpolizeiliche Gründe dafür. Denn bisher ist die Schweiz von schweren Tierseuchen weitgehend verschont geblieben.

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