Katzenelend: Tierschützer völlig überfordert
FULDA „Land unter“ melden die heimischen Tierschutzorganisationen und das Tierheim Fulda-Hünfeld am Welttierschutztag am Samstag: Zur Zeit sitzen 140 Katzen im Tierheim und 40 verteilt auf Pflegestellen des Tierschutz.
Die Tierschützer können die Flut von Jungtieren und unkastrierten, frei lebenden Katzen nicht mehr bewältigen. Wurzel des Übels ist, dass es gerade in ländlichen Gebieten rund um Fulda immer noch viele Tierhalter gibt, die freilaufende Katzen nicht kastrieren lassen. Wenn Anita Burck, Vorsitzende des Tierschutzvereins Fulda, immer wieder das Argument hört: „Das regelt sich von allein“, dann heißt das, dass ein Teil der Jungtiere einen qualvollen Tod an Katzenseuche oder Katzenschnupfen stirbt.
Oder der Nachwuchs wird ohne Schutzvertrag und Nachkontrolle verschenkt. Doch das ist laut Anita Burck auch keine Lösung. Kleine Kätzchen sind niedlich, aber der Spaß hört meistens auf, wenn der in Freiheit geborene Stubentiger, der keine Katzentoilette kennt und keinen Kratzbaum, unsauber ist oder die Krallen an Mobilar und Tapete schärft. Dann, wissen die Tierschützer aus Erfahrung, landen die Tiere schnell auf der Straße: erst als Freigänger, dann als Straßenkatze mit Nachwuchs. Der Nachwuchs kennt keine Menschen und die erste Generation von wilden Katzen ist geboren.
Im letzten Jahr hat der Tierschutz etwa 150 Katzen kastriert. Dieses Jahr könnten es noch mehr werden, wenn uneinsichtige Tierhalter endlich bereit wären, ihre bis zu fünf Mutterkatzen (im Schnitt 40 Welpen im Jahr) endlich kastrieren zu lassen. Der Tierschutzverein ist wichtiger denn je, denn die Hilfeersuchen haben in den letzten zwei Jahren derart zugenommen, dass die ehrenamtlich Tätigen einen Vollzeitjob verrichten, dies aber nach wie vor ohne staatliche Zuschüsse tun. Daher ist der Tierschutzverein auf jede noch so kleine Spenden angewiesen. (Konto 1 92 04, BLZ 53 05 01 80, Sparkasse Fulda).

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